Donnerstag, 4. Juli, Canyon Village – Beartooth Pass – Red Lodge, 119 mls

Nachdem es anfangs in der Cabin zu warm war, war es später zu kalt. Eine gute Nacht sieht anders aus, aber es war immerhin besser als gestern. Wir fahren die ersten 20 Meilen um an den Tower Falls zu frühstücken. Basti holt einen Muffin, der geht schon als ganzer Kuchen durch. Ist lecker und dürfte für den Tag reichen. Die Falls selber sind nett, aber ja, Guido, was Wasserfälle angeht sind wir inzwischen wirklich verwöhnt. Auf dem Parkplatz merke ich das erste Mal, dass heute ein besonderer Tag ist (jedenfalls für die Amerikaner): Eine Horde Menschen, alle mit blau-weiß-roten-Girlanden um den Hals ruft jedem, der ihnen entgegen kommt „Happy Fourth“ zu. Was antwortet man darauf, Happy Fifth?

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Die Strecke zum nordwestlichen Ausgang des Parks ist prima. Gerade denke ich, dass ich von all den nicht gemachten Fotos nur das mit der Bisonherde vermissen werde, da hält Basti rechts an – eine Bisonherde grast am Fluß. Hat er mich gehört?

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Langsam aber sicher schrauben wir uns in die Höhe. Kurz hinter dem Parkausgang sind wir für einen Moment in Montana, dann aber gleich wieder in Wyoming. Aber man merkt den Übergang jeweils am Straßenbelag. Das ist wie in Deutschland, wo der neue Asphalt auch immer genau an der Landkreisgrenze endet.  In Cooke City (Montana) scheint das ganze Dorf auf der Straße, auf der Straßenmitte steht ein Feuerwehrauto und hält uns noch einen Moment auf – anscheinend haben wir genau die Parade verpaßt.

Höher und höher geht es, in langen, schnellen Kurven nähern wir uns dem so gelobten Beartooth Pass. Bisher finde ich die Strecke zwar schön, aber so toll auch wieder nicht, zudem ich glaube mich zu erinnern, dass ein Frau etwas von beängstigend gesagt hat. Nö, diese Seite noch nicht. Aber irgendwann sind wir ganz oben, ein Hochplateau auf 10.947 ft, also ungefähr 3.600m, das hat schon was. Toller Ausblick und endlich wieder einmal Schnee rechts und links von der Straße. Leider hat es hier auch wilde und gefährliche Tier und Baustellen, in Kombination ziemlich gräßlich. Die Straße wird einspurig geführt und wir halten mitten im Nichts an einer roten Ampel. Vor uns zwei Autos, rechts und links Tümpel und daher Mücken ohne Ende. Nichts passiert, weder Gegenverkehr noch wird die Ampel grün. Dafür werden wir ziemlich zerstochen. Das Auto ganz vorne fährt bei rot. Hm, seit wann der hier wohl gestanden hat? Schließlich kommen ein paar Autos durch, aber als die Ampel danach auch nicht auf grün springt, entschließen wir uns, den wilden Tieren zu entfliehen. Es geht weiter nach oben, hoffentlich wird’s den Mücken, die mitkommen irgendwann einfach zu kalt. Autos folgen uns nicht, ob die noch immer da stehen?

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Der Blick ganz oben ist toll, aber die Parkplätze rechts und links sehen  nicht wirklich vertrauenserweckend aus. Viel schlimmer aber, ich versuche dem Wetter davon zu fahren. Eine große dunkle Wolkenwand hängt am Himmel, ich hoffe, dass sie sich auf dieser Seite abregnen und wir aber vorher auf der andern sind. Auch wenn ich weiß, dass man dem Wetter nicht davon fahren kann – die Hoffnung stirbt zuletzt. Entsprechend kurz und selten fallen die Fotostopps aus. Das ist, wie so oft ein bißchen schade, denn der Beartooth Pass ist durchaus beeindruckend.

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In Montana darf ich tagsüber 70 mph fahren, dass nutzen wir auf dem Weg in Tal zurück weidlich aus und schaffen es tatsächlich trocken ins Hotel. Red Lodge sieht nett aus, auch hier beweisen Pferdeäpfel auf der Straße, dass es eine Parade gegeben hat. Die Hautstraße ist geflaggt und im Park grillen viele Menschen. Wir fahren im Schritttempo durch die Stadt und kommen trotzdem trocken ins Hotel.

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Mein Mopped trägt den Dreck von 5.000 Meilen mit sicher herum, auch Bastis letzte Waschung war irgendwo am Pazifik, wenn ich mich richtig erinnere. Nebenan kann man sein Fahrzeug gegen eine Spende –für was auch immer- waschen lassen. Gesagt getan, und auch wenn dieser eine, gutaussehende, muskulöse Surferboy sich nicht daran beteiligt, es ist schon ein Bild, wenn drei Mädels und ein Kerl um unsere Reisemaschinen springen und versuchen die Fliegen aus Oregon abzukriegen. Und dann werden wir auch naß, jetzt ist das Wetter da.

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Gehen wir noch in die Stadt? Keine Ahnung, jedenfalls würde da nicht viel los sein. Das Hotel –und die anderen auch- sind ausverkauft, weil hier Rodeo ist, heute war es hier, heute Abend ist wohl eine große Veranstaltung 50 mls von hier. So sehr mich ein Rodeo mal interessieren würde, das ist mir zu weit, zudem es inzwischen richtig gießt. Wie schön, dass Häuser innen hohl sind.

Wir sind inzwischen 5.000 mls gefahren, das bedeutet unter anderem, dass ich bei meinem 10-Jahre alten Motorrad die Milage innerhalb von 6 Wochen verdoppelt habe. Auch wenn unsere „Chickenstrips“ oder Angststreifen am Reifen (also der kaum oder unbenutzte Teil des Reifens) immer noch einen dicken Daumen breit sind, nenne ich das doch mal artgerechte Haltung.

Basti: Noch einen kleinen Nachtrag zu den gefährlichen Tieren im Yellowstone, ich habe mich an einen Begriff aus Renas Sicherheitswelt erinnert: Schwarmsicherheit, das beschreibt unser Verhalten ziemlich gut. Ohne Bärenspray bleiben wir einfach dort, wo wir nicht alleine sind, damit es schmackhaftere Ziele gibt.

Mit dem Beartooth Pass fahren wir endlich wieder Motorrad, Spitzkehren! Und davon gleich mehrere und auch eine gute Straße – ein Genuß.

In den paar Minuten seit Rena mir den Rechner zum Schreiben gegeben hat, ist aus dem Regen Hagel geworden und die Autos, die ich aus dem Fenster sehe, fahren durch einige sehr tiefe Pfützen. So wird aus dem „Stadtbummel“ in Red Lodge wohl doch nichts mehr, aber wenn wir eins auf dieser Reise gelernt haben, so ist es die Sachen zu nehmen wie sie kommen und so werden wir wohl auch erst morgen entscheiden wie es weitergeht – wetterabhängig.

Ein Gedanke zu „Donnerstag, 4. Juli, Canyon Village – Beartooth Pass – Red Lodge, 119 mls

  1. KennethAsted

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  2. Maria

    Hallo Ihr beiden,
    was für schöne Bilder! Ich wollte sagen „insbesondere von Yellowstone“ aber das wäre nicht korrekt. Und ich kann gut nachfühlen, daß Bären als Mitreisende sehr angenehm und einem lieb sind. In Echtformat eher nur von einem sicheren Käfig oder Ort.
    Über die potentielle Mütze mit dem Biberschwanz für Volker müsste ich schallend lachen. Volker war etwas irritiert, aber ich habe nicht gepetzt, und er hatte das Vergnügen sich selber zu entdecken. 🙂
    Ich wünsche Euch weiterhin gute Fahrt und ganz liebe Grüsse, Maria

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