Mittwoch, 17. Juli, Joseph – Elgin – Umatilla – Hermiston, 154 mls

Wir kaufen in Joseph noch schnell Huckleberry-Lemonade-Powder. Klingt pervers, ist es bestimmt auch, aber ich habe dieses Pulver nicht aus dem Kopf bekommen nachdem wir es vor ein paar Tagen hier entdeckt haben. Ich hatte noch nie Huckleberry-Lemonade und die Lemonade, die man in manchen Kneipen hier aus Pulver gemacht bekommt, schmeckt nur halb so gut, wie frische. Wenn überhaupt. Aber einen Versuch ist es wert. Auf jeden Fall ist es besser, als sich noch woooochenlang zu fragen, ob das nicht ein absolutes Highlight gewesen wäre 🙂

Wir verlassen die Wallowa Mountains mit einem grandiosen Frühstück in Elgin. Ich kriege den besten Muffin mit Speck und Ei seit langem. Basti ißt auch irgendwas. Zum Rodeo sind wir zu spät, das war hier in Elgin letztes Wochenende;  in Joseph wird es nächstes Wochenende sein.  Da hätte unser Timing besser sein können.

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Danach fahren wir auf einer Hochebene weiter, kommen durch einige Skigebiete. Ich erwarte, dass jeden Moment einer der auf den vielen Schildern angekündigten Motorschlitten aus dem Unterholz bricht, aber dazu ist es vermutlich zu warm. Kurz bevor es bergab geht, halten wir an. Es gibt einen großartigen Blick in die Ebene, etwas trüb, aber trotzdem beeindruckend, so viel braun. Hellbraun wo das Korn noch steht, dunkelbraun wo das Korn schon abgeerntet ist. Und sonst – nichts. Kein Grün, keine anderen Farben. Nur Braun.

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Tja, und dann fahren wir genau da rein, rechts und links ist Korn, Korn und Korn. Bis zum Horizont Korn, Korn und Korn. Und Korn. Es ist heiß, staubig und wieder einmal ist die pure Menge die tatsächliche Show. Korn, soweit das Auge reicht, meisten ist nicht einmal am Feldrand etwas Grün dazwischen. Die Straßen sind schnurgerade, aber mit hohen Buckeln. Halten ist hier nicht, es gibt keine Ausfahrten, Wege oder Buchten und einfach auf der Straße könnte gefährlich werden, da man nicht weit vorausschauen kann und die Leute hier nicht gerade langsam fahren. Und der Fahrtwind hilft zumindest ein bißchen.  Irgendwann wird es so hüglig, dass sich Landwirtschaft nicht mehr lohnt und kaum noch etwas wächst.

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Und dann sehen wir auf einmal den Columbia, fahren ein Stück daran entlang. Heute bleiben wir noch südlich davon, wenn wir ihn Morgen überqueren sind wir zurück in Washington State. Die letzte Etappe.

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Trotz später Mittagspause mit Cheeseburger (Basti) und  Huckleberry Shake (ich) gehen wir abends noch zum Thai, etwas essen. Ich weiß ja, dass man Basti mit Reis in jedweder Form glücklich machen kann. Aber den Nachtisch muß er dann doch alleine essen: warmer, süßer Reis mit frischer Mango. Die Mango ist lecker, der Rest nicht meins.

Basti: Ja, das Frühstück war für mich eher klassisch: French Toast (Toast in Ei getaucht und ausgebraten) mit Puderzucker und Sirup, dazu Kaffee.

Der Weg aus den Bergen in die Ebene ist irre, ich habe auf der Höhe fast gefroren und mit jedem Höhenmeter den wir runterfahren wird es deutlich wärmer. Bis wir wieder bei über 30°C sind und die Landschaft nur dort fruchtbar wirkt, wo die Bauern Wasser draufgießen. Wir fahren auf kleinen Straßen in einer Rinne (Canyon wäre vermessen) mit einem kleinen Fluß –oder zumindest Grundwasser, denn hier wachsen ein paar wilde Pflanzen und Büsche. Der Vorteil dieser Rinne ist, daß sie kurvig ist und nicht so langweilig wie die langen geraden Straßen.

Wenn es morgen am Columbia River weitergeht, werden wir die Weinregion um Walla-Walla leider verpassen. Auf der anderen Seite ist beim Mopedfahren sowieso nicht viel mit Weinproben drin. Dafür schaffen wir es vielleicht doch noch zum Mount Rainier, den wir auf der Hinfahrt ausgelassen hatten.

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