Freitag, 19. Juli, Yakima – Hwy 12 – Hwy123 – Mt Rainer, Sunrise – Hwy 410 – Yakima, 193 mls

Raus aus dem Tal, auf den Berg klingt nach einer guten Idee, Yakima soll wieder 38°C kriegen.  Und ja, es ist kühler hier. Wir fahren durch einen Ort, in dem Früchte aller Art angeboten werden und dann sind wir – wieder einmal – im Wald. Schön.

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Wir halten im Smug Cove, einem Camping Platz mit Cabins und General Store.  Die Frau, die uns ein Sandwich macht, ist super reinlich, entsprechend sieht der Laden aus. Aber nett ist sie auch, wir reden über alles Mögliche. Und im Moment könnte ich mir so ein Leben gut vorstellen: einen kleinen Lebensunterhalt in der Mitte vom Nichts, Privat und Beruf verquickt, dafür keinen Nine-to-Five-Job und niemanden stört es, wenn ich mal 2h auf dem See bin. Oder so ähnlich. Dafür ist es hier im Winter vermutlich kalt, verschneit und sehr einsam.  Und ich kann nie nicht weg.

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Wir fahren weiter, halten ein paar Mal zum Fotografieren, verpassen aber auch ein paar schöne Stellen. Halt, wie immer. Dann verpaßt Basti beinahe den Abzweig in den Mt Rainier National Park, verständlich, denn an erster Stelle steht irgendein Campingplatz ausgeschildert. Wir bemerken es gerade noch rechtzeitig und schrauben uns den Berg hoch. Immer noch schön.

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Oben angekommen gibt es großartiges Panorama, sowohl rundum als auch auf ein paar Gletscher von Mt Rainier. Das Visitor Center ist gut gemacht. Aber, zum Spazierengehen haben wir beide nicht so richtig Lust. Und die interessanten Wege gehen erst mal steil nach oben. Wir enden mit Keksen und Wasser aus der Thermoskanne in der Picknick Area, die sehr nett angelegt ist. Finden auch die Vögel und Chipmonks, die nach essbaren Resten suchen.

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Zeit ist etwas Relatives. Der Weg hier hoch kam mir vor wie nichts, tatsächlich war es fast eine Stunde, 40 min um präzise zu sein. Hier sitze ich keine 15 min und schon kommt es mir total lange vor weil die Sonne ein Stückchen weitergewandert ist und ich statt im Schatten in der vollen Sonne sitze. Aber es ist auch in der Sonne nett und ich versuche weiterhin, den schönen grauen Vogel zu erwischen.

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Auf dem Rückweg kommen wir auf einem der letzten Fotostopps mit ein paar Motorradfahrern ins reden. Basti erzählt grob von unserer Strecke und einer der drei (eine ist übrigens eine selbstfahrende Frau), meint, wir hätten den besten Pass verpaßt. Ich ahne, was jetzt kommt und spätestens als er bei Yellowstone anfängt, weiß ich, dass er auf den Beartoothpass hinauswill.  Tja, …

Wir philosohieren noch etwas über Pässe und Wege über die Cascades und die Autos auf der Going-to-the-Sun-Road in GNP. Wir einigen uns auf einen Autofreien Tag pro Monat. Dann fragt Basti nach der nächsten Tankstelle. Hm, darauf hatte ich gar nicht mehr geachtet, wir sind schon mehr als 100 mls unterwegs und hier ist – nichts. Außer Campingplätzen. Aber anscheinend kommt in ca. 30 mls eine – dass sollten wir noch schaffen. Außerdem geht es ab jetzt fast durchgängig bergab. Nicht bremsen, nicht zu stark beschleunigen – wir hätten vermutlich weitere 30 mls geschafft als wir an der Tanke ankommen.

Zurück in Yakima fahren wir direkt durch zum Red Lobster um statt Burgern und Sandwiches mal wieder etwas Vernünftiges zu essen. Am Ende ist es relativ unvernünftig, kurz vor einem Eiweißschock aber sehr lecker. Allerdings muß ich leider zugeben, daß ich nicht nur Sättigungsbeilage zurückgegeben sondern auch vier grandiose Garnelen. Aber eine weitere und ich hätte wahrscheinlich rückwärts gegessen. Ich hatte Nudeln mit Jakobsmuscheln, Hummerschwanz, Miesmuscheln und Garnelen, die Menge hätte locker für zwei gereicht. Davor haben wir uns übrigens noch 1 Dutzend Garnelen geteilt und der Salat, der zum Essen gehört, war auch nicht von schlechten Eltern. Also alles überaus lecker, aber viel zu viel. Ich rolle ins Hotel und gebe mich der Verdauung hin. Ich gelobe keine Besserung, denn trotz allem war es ein Fest. Aber bitte nicht jeden Tag.

Basti: Nach all dem Gejammere, daß im Glacier Park bald alle Gletscher verschwunden sind (und die sahen echt nickelig klein aus) haben wir heute einen Platz in der ersten Reihe, Sonnenschein, keine Wolke am Himmel und die Nordostseite von Mt. Rainier direkt vor der Nase. So müssen Gletscher aussehen. OK, für alle Bettmeralp-Kenner, der Große Aletsch ist nochmal eine deutlich gößere Nummer.

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Essengehen ist Streß! Die Portionen sind hier einfach zu groß und was ich eigentlich liebe – viele Sachen bestellen und gegenseitig probieren lassen – führt hier zu einem Gelage. Mein wirkliches Problem ist allerdings, daß wir mit den Motorrädern unterwegs sind und jeden Tag in einem anderen Hotel. Die übliche Vorgehensweise sich die Sachen einpacken zu lassen und am nächsten Tag aufzuwärmen klappt nicht wenn man Tagsüber bei 38°C auf dem Motorrad die Kühlkette für 6 Stunden unterbricht. Zumindest traue ich mich nicht Nudeln mit Garnelen am nächsten Abend in der Mikrowelle aufzuwärmen wenn ich sie den ganzen Tag in einer schwarzen Tasche in direkter Sonnenbestrahlung hatte.

Die Tour heute war für mich besonders interessant, da ich in den 2 Jahren hier in der Gegend zwar mehrmals zum Skilaufen war (Crystal Mountain), die Straßen, die wir heute gefahren sind, waren aber alle im Winter gesperrt (123 und 410).

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