Mittwoch, 22.Mai. Kirkland

Nachdem wir vorgestern beide Bikes nach Hause gebracht hatten – Bastis stand ja noch bei Randy – haben wir uns gestern dann um die Last-Minute-Vorbereitungen gekümmert. Die Bumble Bee zum Händler gebracht, damit sie neue Füsse bekommt ( Road Pilot 2). Die gekauften waren zwar noch nicht abgefahren, aber alt. Ich glaube, es waren  immer noch ihre ersten und nachdem mir bei einer Bremsung das Hinterrad leicht seitlich weggerutscht war, habe ich mich umso mehr auf die neuen gefreut. Die alten haben wir wieder mitgenommen, um sie damit wieder zu verkaufen. Die Pilots werden dann abgefahren sein.

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Dann haben wir für Sebastian einen Tankrucksack besorgt. Noch sehe ich uns nicht alles mitnehmen, was sich beim „Reisegepäck“ stapelt.  Neben den Klamotten macht mich vor allem das ganze elektonische Zeug kirre: Heutzutage hat alles ein Ladegerät:  Handys, Bücher, Zahnbürste, Kamera, der Tablet, Bastis Rechner, die beiden Navigeräte, das Headset dazu, usw. Es läppert sich zusammen. Da bleibt jedenfalls kein Platz für ein zweites Paar Schuhe – Las Vegas geht in Flipflops, Turnschuhen oder gar nicht, andere habe ich nicht mit.  Beim Probepacken am Mittwochabend waren wir noch ganz zuversichtlich – das war allerdings bevor Basti aufgefallen ist, dass er die Schuhe und Jeans, die er anhat ja auch mitnehmen will.

Beim Abholen der Bumble Bee probiert ein junger Mann im Laden Helme für „Dirt Tracks“ aus. Er hat einen gefunden, der ihm gut paßt, ist aber wegen des Designs zögerlich: es ist wild verschlungen rot-weiß gemustert.  „Isn’t that something women like?“  fragt er den Verkäufer, Basti und mich. Ich hebe meinen Helm hoch – mattschwarz. Der Verkäufer lacht: „You are asking the wrong girl.“ Dass hier jeder mit jedem im Laden redet, jeder Verkäufer wissen will, wie es mir geht und auch andere Menschen im Laden ins Verkaufsgespräch einbezogen werden, daran muss ich mich erst einmal gewöhnen.

Apropos gewöhnen: Ich gewöhne mich langsam aber sicher an den amerikanischen Verkehr. Natürlich fahre ich viel bewusster, denke mehr über die Regeln nach als ich es in Deutschland tun würde und achte besonders auf die Dinge, von denen ich weiß, dass sie anders sind. Aber in einer bestimmten Situation hilft das alles nichts: Es gibt Kreuzungen, da steht an allen vier Straßen ein Stopp-Schild und darunter „All ways“. Das bedeutet, dass alle Fahrzeuge stoppen und in der Reihenfolge weiterfahren, in der sie an die Kreuzung gekommen sind. Klappt wunderbar. Aber wenn ich links abbiegen will und vor dem dran wäre, der mir gegenüber geradeaus will – das geht nicht.  Das fühlt sich so dermaßen falsch an, in Deutschland hätte der Vorfahrt, dazu muss ich mich regelrecht überwinde, so tief sitzt das.

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