Sonntag, 14. Juli, Clarkston – Joseph, 161 mls

Direkt am Fluß entlang ist alles grün. Kaum schrauben wir uns höher, ist alles braun. Es gibt einen harten Übergang, Wasser, sei es durch Bewässerung oder einen Flußlauf, macht grün. Darüber hinaus ist die Fläche braun. Wir sind erst auf dem Hwy 129 WA und dann auf dem Hwy 3, OR unterwegs – dieselbe Strasse, aber an der Staaten-Grenze wechselt sie die Nummer. Was mir bisher nicht aufgefallen ist, die Bundesstaaten geben sich alle Mühe mit ihren Nummerierungsschildern der Straßen. Idaho hat seinen Umriss, Washington den Schattenriss von George Washington und Orgeon ein Wappen. Bei den anderen Staaten, durch die wir gekommen sind, immerhin 8 Stück, habe ich nicht darauf geachtet.

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Die Straße ist prima, schraubt sich vom Snake River aus auf eine Hochebene. Meilenweit erst nichts, dann Felder. Das Auge bleibt nirgendwo hängen. Wir überqueren den Rattle Snake Summit, 3600 ft hoch. Ab und an kommt so etwas ähnliches wie ein Ort, zum Beispiel Anatone, 38 Einwohner, 20 Hunde.

Bald darauf geht es wieder runter an den Fluß in einer unerwarteten Anzahl großartiger Kurven. Die Strecke ist super, selbst wenn der Hells Canyon nichts hergibt, hat sich der Umweg alleine wegen diesen Kurven gelohnt.  Ich verzichte auf Fotos und fahre Motorrad. Vielleicht sollte ich das mal erklären: Der Blick beim Moppedfahren geht so weit wie möglich voraus, man guckt tunlichst dahin, wo man hinfahren möchte. Heißt im Umkehrschluß, wenn ich den Abhang hinunter sehe, weil mich der Steile Berg fasziniert oder ich nach Motiven Ausschau halte, dann eiere ich ziemlich rum, um nicht genau dahin zu fahren wo ich hinschaue. Deshalb ist es entweder eine gute Linie beim Fahren oder die ständige Suche nach guten Blickwinkeln. Heute ist es die Straße, die Linie, die nächste Kurve. Ich bin trotzdem dankbar als Basti für einen  Fotostopp anhält.

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Die erste Pause machen wir im Tal, bei Boggan’s Oasis. Basti kriegt einen Pulled Pork Burger, den er nicht mit mir teilen muß, mir ist das Fleisch zu süß und ich einen Rhabarbar-Milchschake. Yummi. Also mein Shake, der Burger, wie gesagt, ist nicht mein Ding. Auf den Sets stehen unterschiedliche Geschichten aus der Gegend hier, unter anderem über einen Jep Smith, der, wie wir hier lesen können, der Namensgeber vom Smith River an der Küste von Oregon war. Ihr erinnert Euch an die Lower Smith River Road? Wir ja.

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Die Anzeige über dem Eingang zeigt 90°F, und so fühlt es sich auch an, aber als wir uns bald darauf wieder den Hang hinaufschrauben, wird  es kühler. Auch auf dem Berg windet sich die Straße angenehm durch die Leere. Wir halten am Joseph Canyon Lookout und ich jage mit der Kamera Schmetterlinge. Es gibt hier welche, die sind Handteller-groß, erst dachte ich, es sind kleine Vögel. Aber ich erwische nur einen kleinen, die großen setzen sich nie hin, wenn ich hingucke.

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In Joseph, unserem Ausgangsort für die nächsten beiden Tage, sind wir relativ früh. Das Städtchen ist nett zurechtgemacht, hat eine sehr ansprechende Main Street mit vielen Geschäften und Menschen auf der Straße. Wir erfahren im Visitor Center, dass Joseph früher eine Log Town war, aber als sich die Holzwirtschaft nicht mehr gelohnt hat sind in den letzten 15 Jahren erst Künstler gekommen, die die Bronzeöfen weiter genutzt haben und dann Touristen. Wir kommen ins reden. Er erzählt die Geschichten von beiden Chief Josephs, der alte ist hier begraben, der junge auf dem Weg nach Kanada von Soldaten ermordet worden. Ich möchte mir das Grab ansehen, zudem da auch die Gründer von der Stadt Joseph begraben liegen, geschätzt von den Indianern. Da gibt es aus der Zeit nicht so viele, meistens war das eher ein Hauen und Stechen.

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Neben dem Weg zum Grab gibt der Mann noch andere Tipps, unter anderem nach Imnaha zu fahren und dort zu essen, erstens wäre das Essen lecker, zweitens gibt die Strecke einen guten Eindruck von der Gegend und drittens sollten wir vor 7 Uhr zurück sein, da das Wild dann zum Trinken an, bzw. über die Straße läuft, die direkt am Imnaha River entlang führt. So früh wie es ist und so klein wie der Ort ist – das machen wir.

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Gesagt getan, hingefahren, ein paar Fotos gemacht, ein leckeres Sandwich gegessen. Auf dem Hinweg kommen wir am Skigebiet vorbei, vier Abfahrten in den Wald gehauen, es sieht aus wie ein missglücktes Peace-Zeichen. Aber bestimmt kann man hier ganz toll Langlauf machen. Auf dem Rückweg will ich noch ein paar Bilder machen, aber ein Hund vertreibt mich von der ersten Stelle. Shit, ich dachte, da wäre ein Zaun, aber die Bulldogge kommt Gott sei Dank nur bis zur Straße, nicht auf die andere Seite. Mein Herz rast trotzdem. Daß ich später fast einen Hasen überfahre, macht es auch nicht besser. Wir sehen nur ein einsames Reh, aber besser so, als eines der Viecher zu erwischen, wie der eine Einheimische erzählt hat.

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Auf dem Rückweg haben alle Farmer ihre Bewässerungsanlagen angestellt, im Gegenlicht der Sonne sieht das toll aus, eine Art Wasserballett. Aber einen Platz zum Halten sehe ich nicht mehr, die Kombination aus Gegenlicht und toten Insekten auf dem Visier schränkt meine Sicht echt ein.

Basti: Ich weiß gar nicht was Rena hat, das Pulled Pork ist ausgezeichnet und schmeckt wie es soll. Gestärkt geht es weiter rauf und wieder runter und wieder rauf, tolle Ausblicke und immer wieder diese schlammbraunen trockenen Canyon-Flanken, die sehr unwirtlich wirken und dann im Tal sattes Gras und hohe Bäume.

Joseph ist definitiv eine Überraschung, mit viel Liebe zurechtgemacht bis hin zu den Beeten und den Fußwegen auf der Hauptstraße – und das hier am Ärmel des Propheten.

Dann auch noch der Abstecher in den Imnaha Canyon. Nicht nur eine schöne Strecke sondern auch heiß, hier steht die Luft. Am Ende in Imnaha die skurrilste Kombination aus Kneipe und Gerneral Store, die mir bis jetzt begegnet ist. Ein paar Stühle an der Bar und ein paar Tische auf der einen Seite, auf der anderen Regale mit den Dingen des täglichen Bedarfs, die hier am gefühlten Ende der Welt benötigt werden. Von Backmischungen über Fahrradschläuche bis Motoröl. Drinnen sitzen ein paar „Locals“ und geben dem Ganzen Kolorit.

Auf dem Rückweg will ich auf einem der Fotostopps Rena in den Status Eiskönigin erheben, da sie cool wie ein Torero einem heranschießenden American Bull Terrier die kalte Schulter zeigt und ganz gelassen auf die andere Straßenseite schlendert. Hinterher erfahre ich, daß sie sicher war einen Zaun zwischen sich und dem Hund zu haben.

2 Gedanken zu „Sonntag, 14. Juli, Clarkston – Joseph, 161 mls

  1. Quentinsnigh

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