Mittwoch, 5. Juni, Gualala – Sonoma Lake – Petaluma – San Francisco, 155 mls

Das Frühstück schafft mich. Ich hatte um eine Waffel gebeten und bekomme einen riesigen Teller mit einer dicken Waffel, die mit viel Sirup lecker schmeckt – die anderen Hälft ißt Basti. Das Frühstück ist lustig, findet in einer Mischung aus Büro und Frühstücksraum statt, mit mehreren anderen Biker aus Georgia und Alabama, die Geschichten erzählen und uns Tipps für den Yosemite Park geben. Überhaupt, das Surfer Inn war sehr nett, der Typ am Empfang hat geredet wie eine Maschinenpistole, sowohl abends beim Einchecken als auch morgens, da waren neben den übliche Stories aber auch ein paar gute Tipps dabei. Zum Beispiel waren wir gestern im „Bones Roadhouse“ essen – sehr lecker. Und dass sich eine Fahrt durchs Sonoma Valley, so wir es planen, durchaus lohnt. Guten Service gibt es auch – auf unseren Motorrädern liegen alte Handtücher zum Abtrocknen des Taus.

Wir fahren ein kurzes Stück den Hwy 1, überholen bald schon die Biker vom Frühstück (Basti etwas frech, aber die waren schon sehr langsam unterwegs) und dann blinkt der Mann vor mir auf einmal links. Ich kriege gerade noch die Kurve – das soll unser Weg sein? Von hier aus sieht es aus, als ob ein Schotterweg in den Wald führt. Hm.

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Tatsächlich entpuppt sich die Straße als weiteres Vergnügen. Von jetzt auf gleich sind wir tief im Wald, der Weg erinnert an die Upper-Smith-River-Road, hat aber deutlich mehr Steigung. Wir kurven uns den Berg hoch. Oben dann auf einmal – eine Schule. Woher wohl die Kinder dazu kommen, dann bis auf die Schule selber sind nur ein, zwei Gebäude zu sehen. Direkt vor uns biegt ein Log-Truck auf unsere Straße ein. Schlechtes Timing. Es ist sehr steil, jetzt geht’s erst mal nach unten. Und der Logger ist sehr langsam. Gleich falle ich um. Aber schneller will ich eigentlich auch nicht, der Motor bremst im zweiten Gang, aber auf der Hinterradbremse stehe ich zusätzlich. 90° Steigung – mindestens. Zumindest fühlt es sich so an. Ich begreife erst nicht, dass der Logger uns vorbei läßt, Basti brüllt von hinten, ich halte die Luft an und werde schneller. Aber nicht schnell genug, der Logger holt wieder auf – bis Basti mich überholt, Gas gibt und ich mich ziehen lasse – was der kann, kann ich auch.

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Raus aus dem Wald wird die Strasse besser, weniger Macken im Belag, weniger „Gravel“ auf der Strasse. Coole Blicke, in einem Tal hat sich ein Wolke verhangen. Will ich ein Foto machen? Ja. Kann ich mein Bike abstellen? Nein, nicht sicher. Also schieße ich ein schnelles Bild ohne Abzusteigen – keine Ahnung, ob es etwas geworden ist.

Inzwischen bin ich wieder vorne und biege spontan ab als ein Schild Sonoma Lake View Point sagt. Die View Point Schilder sind meistens super. Dieser hier auch, toller Blick auf den Stausee und die ersten Weinberge. Hinter uns eine Wolke, das Wetter aus dem wir gekommen sind.

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Wir machen einen gedanklichen und optischen Abstecher in die Pfalz, fahren an zum Teil herrschaftlichen Weingütern vorbei und genießen das gute Wetter – nicht zu warm, nicht zu kalt. Plötzlich ist die 101 da, wir fahren Richtung Süden weiter. Freeway, eher langweilig, aber gut zum Strecke machen.

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In Petaluma gibt es Mittagessen und der TomTom sagt noch 45 min nach San Francisco. Sooo früh wollen wir dann doch noch nicht in der Stadt sein und anstatt zurück auf die 101 zu fahren, nehmen wir den Weg zurück zur Küste – und es lohnt sich. Der kleine Zubringer ist bereits toll, aber zurück auf der 1 – Der Gott der Motorradfahrer ist ein kalifornischer Straßenbauer. Und als er damit fertig war, hat er Achterbahnen gebaut. Heilige Scheiße, ich wußte gar nicht, dass man solche Kurven bauen, geschweige denn fahren kann. Die Straße schmiegt sich quasi in die Topographie der Küste und wenn da ein Stein liegt, dann macht die Straße halt einen Knick um den Stein herum.

Irgendwann hänge ich hinter einem Bus –Basti, wenn Du nochmal so überholst, übernehme ich das Umbringen, wenn der Gegenverkehr es nicht schafft!- aber auch der läßt mich bei einem Turnout vorbei. Ich bin ein großer Fan der Turnouts – dazu gehört allerdings auch, dass man eher zusammen als gegeneinander fährt.  Was in Deutschland wohl leider nicht der Fall ist.

Am Ende geht es zurück auf die 101, die hier unten schon ziemlich breit ist. Auf einmal sind es vier Spuren und es ist windig wie die Pest und das dahinten, fast unter mir sind rote Pylonen und dann sind wir über die Golden Gate gefahren und in San Francisco.  Woher kam die Brücke auf einmal? Stadtverkehr. Weniger Pickups (deutlich weniger Pickups in allen städtischen Gebieten), viel mehr Verkehr. Ich bleibe an Basti dran, ihn jetzt bloß nicht aus den Augen verlieren, er weiß wo das Motel ist, das wir in diesem Fall vorgebucht haben, einfach hinterher auch wenn hier abbiegen eigentlich nicht mehr erlaubt ist. Ich bin sehr erleichtert, als wir am Motel sind.

Aber es ist nur ein kurzer Stopp: Einchecken, Gepäck loswerden und dann fahren wir weiter – Bastis Ninja kriegt neue Füße und beide Moppeds kriegen einen Baby Check-up. Was wahrscheinlich auch ganz gut ist, denn die Ninja wirft Schrauben ab.

Als die Moppeds in der Werkstatt untergebracht sind –Trennungsschmerz, ich bin seit 14 Tagen das erste Mal weiter als 150m von der Bumble Bee entfernt- gehen wir in der Gegend noch ein bißchen spazieren, suchen uns aber bald ein Taxi und fahren zurück zum Motel um unsere nächsten Tage zu planen.

 

Basti: Ihr habt es geschafft! Alle nicht-Motorradfahrer, Ihr habt jetzt 3 Tage Pause von den ständigen Kurven-Schwärmereien. Das Nächste sind Sightseeing-Berichte und hoffentlich ein paar nette Bilder aus San Francisco. Leider sagt der Wetterbericht, daß es in den nächsten Tagen zuziehen soll – schlecht für Fotos. Das Motel ist ein Glücksgriff was die Einrichtung angeht, das geschmackvollste was ich bis jetzt gesehen habe, leider etwas laut durch die Straße. Wir sind im Marina District nicht weit von der Golden Gate, Nob Hill und die Piers leicht östlich von uns. Die Fahrt in einer fremden Stadt im aufkommenden Berufsverkehr zur Werkstatt ist etwas nervenaufreibend, zumal ich kurz vorher am Hotel festgestellt habe, dass sich eine Schraube am Bremsklotz auf der letzten Rüttelstrecke gelöst hat. Habe sie wohl beim Zusammenbau nicht fest genug angezogen. Die Werkstatt gehört einer Deutschen, die vor 20 Jahren hierhergekommen ist und heißt daher auch „Werkstatt“, mir erleichtert das die Erklärungen was ich von Ihr geprüft haben will (neben den neuen Reifen). Also ab ins Bett, damit wir morgen frisch und fit sind für die Stadt!

4 Gedanken zu „Mittwoch, 5. Juni, Gualala – Sonoma Lake – Petaluma – San Francisco, 155 mls

  1. MarcusHaugs

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  3. Maria

    Hallo Ihr beiden,
    Eure Berichte sind auch am Nordpark heißt begehrt und heute morgen meinte Volker „Hm, noch kein neuer Bericht“… aber solange bei Euch alles gut ist, ist es auch gut… Also, ganz ehrlich: Ich weiß nicht, ob wenn man selber fährt es sich anders anfühlt, aber Eure Ruten sind nichts für „Beifahrer“ oder „Leser mit ausreichender Fantasie“. Daher ist die Erholung von drei Tagen angenehm…
    Ja, Rena – eigentlich wäre jetzt Euer Urlaub vorbei und wir könnten wieder in den nächsten Wochen gemeinsam schlemmen und die Nacht durchspielen. Hm,…. Schnief… Ich gönne es Euch von Herzen und wünsche Euch ganz viel Spaß in San Franzisco. Ich bin mal über Euer Berichte gespannt. Als wir vor einigen Jahren nach New York geflogen sind, haben wir von vielen gesagt bekommen „San Francisco ist schöner und mit einem Mittelmeerflair“…
    Liebe Grüße
    Maria

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    1. Sebastian Beitragsautor

      Ja, wir schreiben brav weiter, hatten allerdings ein paar probleme beim hochladen (WLAN im Hotel hat gezickt). Hier ist es erst 22:25 Uhr, also mußt Du die nächsten Tage später ins Büro, falls wir uns ins Nachtleben stützen 🙂

      Danke für die Kommentare, ist nett ab und an was zu hören und Kritik hilft beim gestalten.

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      1. Guido

        mein erster Kommentar dazu ist natürlich unter Di gepint, da Mi ja noch nicht hochgeladen war… 😉

        Macht euch in aller Ruhe an SF zu schaffen und genieße die Zeit …der Ritt zurück kommt eh noch 🙂

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