Archiv für den Tag: 14. Juni 2013

Donnerstag, 13. Juni, Las Vegas, 0 mls

Wie geplant schlafen wir bis zum Aufwachen. Dann planen wir den nächsten Tag, was unter anderem dazu führt, dass wir die Idee heute zum Hoover Dam zu fahren, ausfällt. Also haben wir nichts vor außer nichts tun. Was wir auch fast schaffen. Ich wasche meine seidene lange Unterhose, einer meiner wenigen Einkäufe für diese Tour. Aber sie hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die Motorradhose direkt auf der Haut ist fies, normale lange Unterhosen wärmen – diese nicht. Teurer Kauf, war es aber auf jeden Fall wert.

Basti: Naja, nach einem faulen Vormittag werden wir dann doch noch aktiv und gehen wie angekündigt in den M&M Laden (4 Etagen), Gott sei Dank haben wir wenig Stauraum und Schokolade schmilzt in unserem Gepäck. Aber Rena überredet mich doch noch in eine Show zu gehen und wir einigen uns auf Cirque du Soleil, die insgesamt 6 verschiedene Shows in Las Vegas haben. Es wird eine neuere Produktion (die älteste läuft seit 9 Jahre) namens „KA“ die ausgerechnet hier im MGM Grand läuft – kurzer Weg! Ich bin echt beeindruckt. Abgesehen von der Artistik, die bei Cirque du Soleil immer großartig ist, haben die hier eine Bühnentechnik auf die Beine gestellt, dagegen war „Elisabeth“ in Wien simpel. Aber irre Technik ist nichts, wenn sie nicht entsprechend genutzt wird – und das schaffen sie wirklich! Eine beeindruckende Darstellung in 3 Dimensionen da der „Bühnenboden“ von Horizontal bis Vertikal in jedem erdenklichen Winkel gestellt, gedreht  und bespielt wird, mit dementsprechend beeindruckenden visuellen Effekten.

Ich finde Vegas nicht so schlimm wie das in Rena’s Beschreibung klingt, aber wirklich begriffen habe ich es auch nicht. Ich schiebe es auf den Kontrast zwischen Motorradfahren/Motels und dem maximalen Konsum, der hier in professioneller Präzision befördert wird. Es ist sicher ein Budget von $5000 und ein langes Wochenende nötig um sich dem vollends hinzugeben. Beeindruckt bin ich von Kleinigkeiten wie den kleinen Geschäften und Billigbuden zwischen den Megahotels – hatte mir das irgendwie noch glatter und glänzender vorgestellt.

Aber ist ja auch schon wieder vorbei, morgen geht es wieder früh los, damit wir der Nachmittagshitze etwas entfliehen.

Rena: Ach, ich finde Las Vegas auch gar nicht so schlimm, es erschließt sich mir nur nicht. Wobei die Show (und auch der M&M-Laden) mich dem Ganzen ein bißchen näher bringen. Beides hat mich auf eigene Art beeindruckt. Der Laden hat weniger Schokolade als gedacht, dafür alles, was der Mensch nicht braucht und man  mit den M&M-Figuren bedrucken kann. Inklusive…. Nein, das verrate ich nicht. Nur so viel: Ich habe zwei Dinge gekauft und beides ist nicht für mich. Und die Show war beeindruckend. Nicht zu beschreiben. Ein Schiffsuntergang zum Beispiel, danach Menschen unter Wasser, ca. 30m über dem Boden, langsam zum Meeresboden sinkend, inklusive der Luftblasen – und das alles mit Licht und Hintergrund und passenden Bewegungen am Seil – einfach nur irre gut gemacht. Hut ab. Und wenn man eine Stadt wie Las Vegas braucht um so etwas auf die Beine zu stellen, dann soll es wohl so sein.

Mittwoch, 12. Juni, Las Vegas, 0 mls

Gegen 22:00 Uhr schaffen wir es aus dem Zimmer und gehen erst einmal die Motorräder aneinander ketten. Und dann auf den „Strip“.

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Es ist warm, laut, bunt und voller Menschen. Muss man mal gesehen haben, heißt es – öh, ich nicht. Die Stadt erschließt sich mir nicht. Sebastian steckt $1 in einen einarmigen Banditen. Hm, okay und jetzt? Ich finde das nicht spannend, es animiert mich nicht dazu, mehr Geld reinzustecken, es ist einfach nicht meines.

Ich bin einseitig: Die Horde von ca. 30 Motorradfahrern, die den Strip mit 80 – 90 Km/h herunter donnert, einer davon im perfekten Wheelie über eine längere Strecke, finde ich das spannendste. Gefährlich, unverantwortlich, illegal. Aber einen Wheelie, also nur auf dem Hinterrad fahren, würde ich vielleicht auch gerne können. Ach, zumindest finde ich das eher zum Hingucken als die ganzen Mega-Hotels. Wir trinken etwas im Cesars Palace und gucken uns die Leute an.

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Viele der Mädels sind aufgebretzelt, die Jungs weniger. Oder vielleicht ist das deren bestes Hemd? Die Schuhe der Mädels sind entweder flach oder richtig, richtig hoch, genauso wie die Röcke, einige sind so kurz, dass man sie eigentlich auch weglassen könnte, andere gehen bis zum Boden. Am Straßenrand stehen verkleidete Menschen, einige kenne ich aus Filmen, die Transformer oder Mickey Mouse zum Beispiel, andere sagen mir gar nichts. Und dann ist da ein riesiger M&M-Laden, als wir vorbeikommen sind die gerade am schließen – da will ich vielleicht morgen mal rein. Gegen 1:00 Uhr morgens sind wir zurück im Zimmer, morgen ist ausschlafen angesagt.

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